Baumwoll-Höschen, Hüfthalter und Korsetts

Rund zehn Kilometer nordöstlich von Nördlingen zeigt das Bauernmuseum Maihingen Wäschestücke aus der Zeit von 1850 bis 1960, ein amüsanter und höchst interessanter Einblick in die geheimsten Winkel weiblicher Wäscheschränke. An der Wand hängt eine Galerie von Damen-Unterhosen. “Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts weigerten sich vor allem ältere Frauen, Unterhosen zu tragen”, erläutert Museumschefin Ruth Kilian den Beginn der weiblichen Unterhosenkultur. Bis dahin trugen die Frauen lediglich lange Hemden und mehrere Unterröcke. Dann setzten sich zuerst die schrittoffenen Unterhosen durch. “Das erleichterte den Toilettengang, sie hießen im Dialekt ‘Stehbrunzhosen’”, beschreibt Ruth Kilian diese überdimensional erscheinenden Kleidungsstücke. Im Laufe der Zeit wurden aus den knielangen Baumwoll-Unterhosen immer kleinere, kürzere Höschen bis hin zum heutigen Tanga, der wie fremd neben den musealen Stücken hängt.

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